Kühlung für's C9
von Peter Mielke
Hallo,
das erst ein an die Umgebungstemperatur angepasstes
Teleskop gute Bilder zeigen kann,
ist wohl allseits bekannt.
Auch ist es sicher kein Geheimnis, das speziell das
geschlossene System eines Schmidt-Cassegrain
in punkto Auskühlzeit etwas mehr Geduld verlangt
als andere, z.B. offene Teleskopsysteme.
Nun, als Besitzer eines Celestron C9,25 hab ich
mich schon öfters mit dieser Tatsache abfinden müssen.
Da ich leider über keine Sternwarte verfüge, mein
C9 also im Haus aufbewahre, sind Wartezeiten bis zu
1,5 Stunden (je nach Außentemperatur) keine
Seltenheit.
Um diese Zeit zu verkürzen, gibt es natürlich
auch für ein SC verschiedene Möglichkeiten.
Bei einer davon, nämlich das Einbauen eines oder
mehrerer Lüfter direkt in den Tubus,
stellt es mir allein bei dem Gedanken, Löcher in
selbigen zu schneiden oder bohren,
schon die Haare auf :-)
Eine andere, mit wesentlich weniger Aufwand und
Gefahren verbundene, aber nicht weniger effektive
Möglichkeit ist es, die kühlere Luft der Umgebung
mit Hilfe eines kleinen Ventilators direkt durch den
OAZ in den Tubus zu befördern.
Selbstverständlich gibt es hierfür schon etwas
geeignetes zu kaufen.
Allein die Tatsache das dieser Lösung auf etwa 150 Euronen kommt, war für mich Grund genug,
mir eine etwas günstigere Lösung zu überlegen.
Dabei raus kam die auf den nachfolgenden Bildern gezeigte
Konstruktion.
Zur Verwendung kamen, außer dem 12V PC-Lüfter,
lauter Teile die im Baumarkt zu bekommen sind.
Zu finden in den Abteilungen Heizung / Sanitär,
KFZ-Zubehör und ....... Körperpflege :-)
Mein größtes Problem bestand darin, den Strömungskanal
vom Durchmesser des Lüfters
auf den Durchmesser des Abflussrohres zu
reduzieren.
Die Idee, hierfür einen Plastik - Zahnputzbecher
zu verwenden, finde ich geradezu genial :-)
Daß ich diesen zufällig farblich passend zu
meiner Sphinx Montierung bekommen hab,
setzt dem ganzen Projekt dann noch die Krone auf
:-)))
Der Becher bekam eine dem Maß des Lüfterrohres
entsprechende Bohrung in den Boden,
und wurde auf exakt die Länge gekürzt, bei der
die beiden Durchmesser Becher - Lüfter übereinstimmten.
Den unteren Montagerahmen des Lüfters hab ich mit
dem Dremel etwas bearbeitet und so ließ
er sich ohne Schwierigkeiten einsetzen.
Den Becher hab ich dann mit einem Spezialkleber
direkt auf die Schraubmuffe geklebt.
Zur Funktion:
Die Aussenluft wird vom Lüfter durch einen
zwischen den beiden Rohrverschraubungen sitzenden
und somit ganz leicht zu wechselnden Microfilter,
bis direkt vor den Fangspiegel geblasen.
Um eine gute Zirkulation zu gewährleisten, ist das
Rohr an dessen Ende verschlossen und die Luft
strömt durch entsprechend gebohrte Öffnungen
seitlich nach hinten in den Tubus.
Da der vordere Durchmesser der Rohrkupplung (das
schwarze Teil) etwa 5 mm weniger hat als der
2" Auszug, kann genau hier die Luft wieder
ausströmen, was sie auch deutlich spürbar tut :-)
Der im Durchmesser wesentlich größere hintere
Teil der Kupplung verhindert ein zu weites und damit
für den Fangspiegel möglicherweise sehr
"ungesundes" Einschieben des Lüfterrohres.
Die Materialkosten für den Lüfterstab betrugen
sich bei mir auf insgesamt 22,30 Euro.
Der Arbeitsaufwand hält sich mit gerade mal 2
Stunden ebenfalls in Grenzen.
Für einen ausgiebigen Praxistest fehlte mir
bislang noch die Gelegenheit, bzw. Notwendigkeit.
Aufgrund des hohen Luftdurchflusses müßte sich
die Auskühlzeit in Zukunft aber auf die Spiegelmaterial
bedingte Dauer beschränken, und nur noch gering
oder gar nicht von der Bauart des SC beeinflusst werden.
lg und CS,
Peter