Mini-Messiermarathon am 23.03.2010 in Unterbrunn
von Martin Meininger
Nachdem ich erst mal ausgiebig den Mond im
14" Dobson mit Binoansatz bespechtelt und auch einen Abstecher zu Mars und
Saturn hinter mir hatte, habe ich als nächstes ein paar Galaxien in Leo
angeschaut, der gerade günstig zwischen halbem Mond und Münchner Lichtglocke
stand. Beim Leo-Triplett waren die beiden hellen Galaxien sogar mit ein paar
Details zu sehen und auch die schwache NGC 3628 ging noch gut. Auch das
Leo-Quartett war im 14"Dobson ohne Probleme zu sehen. Da habe ich mir
gedacht: wer sagt eigentlich, dass man einen Messiermarathon nur bei Neumond
machen kann? Eine Beobachtungsliste hatte ich mir vor ein paar Wochen erst auf
das Netbook gelegt. Also ging's los!
Innerhalb von ca. 2 1/2 Stunden habe ich 42 Objekte angefahren und davon auch 39
beobachten können. Nicht gesehen habe ich nur M78, M76 und M1 wobei ich mich
insbesondere bei letzterem schon etwas gewundert habe, dass da mit
Schmalbandfilter nichts ging. Er war allerdings auch nur knapp 30° vom Mond
entfernt.
Insgesamt war es natürlich schon etwas schwieriger als bei ähnlichen früheren
Aktionen von mir, die "ohne Mond" stattgefunden haben. Insbesondere
die offenen Sternhaufen wie M 46/47 oder M 35-38, die man sonst einfach mit dem
Fernglas abfahren kann, mussten mit viel Zielwasser und dem Dobson aufgesucht
werden. Aber wie gesagt: die Ausbeute war durchaus sehr gut.
Abgegrast habe so den Bereich vom späten Herbsthimmel (M31 ging gerade noch
zwischen den Bäumen mit dem Fernglas) über die Wintersternbilder, UMa und CVn
bis zu den Frühlingsobjekten in Leo und Com, d.h. die letzten drei Objekte
waren M64 (mit "Augenring") und die beiden Kugelsternhaufen M53 + M3
(sehr schön mit Bino-Ansatz).
Als nächstes wäre dann der Virgohaufen drangewesen, aber dafür war es mir
dann leider schon zu spät. Vom Wetter her hätte man aber noch gut weitermachen
können und der zunehmende Halbmond hätte sich dann auch irgendwann
verabschiedet.
Zurück zum einleitenden Satz ***und was sonst so geht*** - auch bei Halbmond
geht durchaus einiges!
Gruß,
Martin