Sidewalkastronomie im Garten
von Harald Feigel
Ich
möchte euch mal kurz erzählen, was ich im Zuge der “100 Stunden
Astronomie“-Aktion zur IYA 2009 beigetragen hatte.
Es
war Freitag um 17 Uhr, als ich vom Büro radelnd zu Hause ankam. Über unseren
e-mail Verteiler hat sich Spechtelmäßig nix besonderes ergeben. Da hab ich
dann hin- und her-überlegt was ich machen soll. Noch ein Stündlein warten, ob
sich über den Verteiler nicht doch noch was ergibt? Andererseits, bereits
Halbmond. Wer geht da schon raus? Also erst mal nach links über den Zaun und
den kleinen Benni, 9 Jahre alt gefragt, ob er denn mal Lust hätte heute Abend
mit mir durch’s Teleksop zu gucken. Den hättet ihr mal sehen sollen. Der
kleine Benni natürlich gleich „darf meine Schwester und mein Papa auch
mit?“. Eh klar, also waren das schon mal der Papa und seine beiden Zwillinge
der Benni und die Lisa. Weiter ging der Streifzug zu einem wirklich sehr netten
Ehepaar, dem Thomas und der Ariane samt ihrer beiden kleinen Tobi und Kilian.
Die schauten mich groß an, so von wegen wie „du hast ein Teleskop? Au ja, das
täte uns schon mal interessieren“.
Ich
hab gegen 20 Uhr also bei mir im Garten aufgebaut. Der Benni war der Erste der
um 20:30 gleich mal rübergestürzt kam. Gleich darauf der Papa und seine
Schwester, die Lisa. Das Telskop war auf den Mond gerichtet. Der Benni ist auf
den Beobachtungsstuhl gestiegen und hat sich gleich das Okular gekrallt. Noch
bevor ich irgendwas sagen konnte sah ich wie das gleißend Helle Lichtbündel
aus dem Okular auf seiner Backe gelandet ist und er es zielsicher in’s Auge
gesteuert hat. Und dann kehrte erstmal große Stille ein. Nix mehr, nada, nicht
ansprechbar. Faszinierend, wie der kleine konzentriert am Okular hing. Er hat
nur mal kurz einen Mucks gemacht, wenn der Mond aus dem Okular gewandert ist.
Nach 4 Minuten mußten wir ihn vom Stuhl heben, weil dann der Papa auch mal
wollte. „iss ja da wahnsinn“. Super wie man beobachten konnte, wie sein Auge
herumgewandert ist um das ganze Blickfeld abzugrasen. Dann Lisa. Sie guckt rein,
sagt „wooooowwww“. Dreht ihren Kopf wieder zu mir und schaut mich mit großen
Augen an. So ging das am Mond weiter bis die ganze Truppe durch war.
Zu
meinem Erstaunen musste ich Feststellen, daß zumindest der Thomas genau wusste,
was ein Stern denn eigentlich ist. Ich sag das explizit, denn ihr glaubt ja
nicht, was man da manchmal als Antwort bekommt. Es sind trotz Halbmond immer
mehr Sterne aufgetaucht und es wurde langsam dunkel.
Am
Ende, die Ariane mußte leider nach Hause um nach dem eingeschlafenen Kili zu
schauen, haben wir noch M3 beobachtet. Und wieder war die Faszination in alle
Gesichter geschrieben.
Grüße,
Harry