Weinberg-Beobachtungs-Nacht vom 12. / 13.05.2005
von Michael Wendl
Es war wieder mal so weit, da die
Wetteraussichten für die Nacht vom Freitag auf Samstag
sich verschlechterten verlegten wir spontan unseren Termin auf die Nacht vom
Donnerstag auf
Freitag.
Ich kam so gegen 20:30 Uhr MESZ an – Johann war schon da und baute gerade sein
Stativ auf.
Da ich noch den Sonnenuntergang in H-Alpha mit meinem PST ansehen wollte und nur
noch
Gute 10 Minuten bis dahin hatte, riss ich meinen Kofferraum auf und baute das
Gerät innerhalb von 2-3 min. inkl. 12mm LV Okular auf und stellte die Sonne
ein. Wow, was für ein Anblick – die Sonne wurde durch die vielen
Luftschichten in eine ovale Form gezogen, aber dennoch waren viele Details, wie
Filamente Sonnenflecken und auch die Protuberanzen zu sehen. Und da!
In weiter Ferne flog ein Flugzeug vor der Sonnenscheibe vorbei, Johann konnte
noch den Austritt
Des Flugzeugtransits verfolgen. Die ersten Baumwipfel waren schon vor der Sonne
und verdeckten mir die Sicht, ich wollte noch einige Sekunden/Minuten mehr
rausschlagen und suchte mir noch schnell eine andere Position bei der ich einen
Einschnitt in der Baumgrenze ausnutzen konnte. Ich verfolgte die Sonne bis sie
hinter den Bäumen verschwand zuletzt war noch eine kleine Protuberanz für
einen kurzen Moment zu sehen, dann konnte man noch einen rötlichen Schein um
die Bäume im PST sehen. Schön so ein H-Alpha-Sonnenuntergang.
Jetzt hatten wir noch ca. 45 min Zeit bis zum nächsten Highlight – ein
Iridiumflare der -8 mag Klasse. Nun kam auch der Martin. Es war noch eine
schwache Lichtsäule zu sehen, die sich aber dann schnell auflöste. Dann
konnten wir etwas Komisches beobachten, es sah so aus, dass ich es als Obersonne
benennen würde, aber so eine Bezeichnung gibt es so viel ich weiß nicht.
Ich habe einige Bilder davon gemacht und werde mich mal erkundigen was das war,
vielleicht auch nur eine Wolke die noch von der Sonne so sehr aufgehellt wurde.
Es war soweit, der Iridiumflare stand an …. noch 2 Minuten …. 59° Höhe 66°
(ENE) … und dann kam er… zuerst noch schwach … noch 5 Sekunden bis zu
seinem -8mag Maximum … zack ein ohhh konnte man hören… eindruckvoll so
einen hellen Lichtblitz an so seinem schönen königsblauem Himmel zu beobachten
… ein sehr schöner Kontrast.
Nun kamen auch der Franz Peter, kurz danach der Sudan und auch der Oliver an.
Letzterer hatte seinen 18 Zoll Dobson dabei. Da sollten wohl noch einiges
Photonen aufgesogen werden ;-)
Es wurde weiter aufgebaut und auch schon der Schattenwurf eines Mondes vom
Jupiter und der Austritt des Mondes vor der Jupiterscheibe beobachtet. Ich
konnte einen schnellen Blick auf die Warze – äh den Mond am Jupiter werfen.
Es war schon einiges geboten und bald sollte wieder was Nettes zu sehen sein -
die ISS, die vom Sonnenuntergang her in den schon dunkler werdenden sich mit
immer mehr Sternen füllenden blauen Himmel mit -0,1 mag ihre Bahn ziehen wird.
Franz Peter hatte sie zuerst entdeckt – blöd, ich hatte kein Hanuta zur Hand
(siehe Bericht zum Ferienprogramm in Paunzhausen ;-)
Wir konnten einige Sternenbedeckungen durch den Mond verfolgen, es wurden viele
Standardobjekte beobachtet wie M13, M3, M5, M51 ein Wahnsinn im 18 Zöller, M57
durfte nicht fehlen und wurde auf Wunsch von mir im 18er eingestellt – er
zeigte sich leider nicht von seiner besten Seite, war wohl schlecht drauf ;-)…
M92, M56 und einiges mehr. Ich hatte eine Neusichtung, einen offenen
Sternhaufen, der einen mit zwei Augen anschaut – NGC 1502, ein sehr schönes
Objekt.
Gesucht wurde auch viel, oder sollte ich schreiben angebaut – der Franz Peter
seine Augenmuschel für eines seiner Okulare und der Sudan seine Brille. Leute,
des wächst da ned.
Die ISS wurde nochmals gesichtet und es wurden einige Meteore beobachtet.
Die Letzten waren der Sudan und ich – wir schauten uns noch zum Schluss den
Zirrusbogen und den Sturmvogel an und bauten so gegen 2:20 Uhr MESZ unser
Equipment ein.
Den Sonnenaufgang mit dem PST werde ich noch nachholen ;-)