Beobachtungsbericht von der Polarlichtexpedition am Weinberg 15./16.05.2005
von Michael Wendl
Hallo zusammen,
Andy und ich waren bei unserem Stammbeobachtungsplatz
ca. 30km nördlich von München am Weinberg. Wir waren so gegen 22:30 Uhr MESZ
dort.
Wir beide meinten etwas zu sehen, zwischen Kassiopeia und Kepheus.
Aber wir waren uns nicht sicher. Es war sehr klar und man konnte Sterne bis
unter 10° überm
Horizont erkennen. Wir ärgerten uns, dass wir keine Beobachtungsgeräte
mitgenommen hatten.
Die Luft war sehr ruhig, es wäre bestimmt ein super Seeing gewesen.
Da !! Eine lange Sternschnuppe schoss den linken oberen Kassiopeiastern ab !!
Puh, er ist noch da
das Himmel W bleibt erhalten.
Aber wir blickten gebannt nach Norden. Ist schon blöd, wenn man mit zwei
Mega-Events (2003)
seinen Polarlichteinstieg feiert und auch am 21.05.05 war es eindeutiger für
mich das Polarlicht
zu erkennen, aber ich hatte bisher noch kein schwaches gesehen. Die Werte kündigten
auch nur
schwache Aktivitäten an.
Tja, wir machten einige Aufnahmen und wollten uns das die Bestätigung oder
Nichtbestätung aus'm
Netz holen.
Es war lustig und es war dennoch schön in so einer unerwarteten klaren Nacht
draußen zu sein
und auf das Abenteuer Polarlicht zu warten; das Polarlich kam nicht .... aber
......
Aber was wir nach Mitternacht erlebten war einmalig und auch sehr beeindruckend.
Wir sahen schon so kleine Wolken am Horizont, aber diese schienen plötzlich
ihre Geschwindigkeit
ernorm erhöht zu haben. Schnell war der Himmel von Ost bis West überm
Horizint bedeckt, als auf einmal
die Wolken über Pfaffenhofen sehr hell wurden; das Aussehen und der
Beleuchtungseffekt wechselte schnell
- ein beeindruckendes Schauspiel.
so gegen 0:40 Uhr MESZ sah es so aus, in nördlicher Richtung

Die Wolken stiegen höher und kamen näher. Je näher sie kamen desto schneller
wurden sie.
Auf einmal kam Wind auf und die Spitze der Wolkenfront war über uns...es wurde
erheblich kühler;
wir waren am schnellen Einräumen, da wir nicht unser Equipment einem Regenguß
aussetzen wollten,
als am Nordhorizont es wieder aufklarte; es war also ein schmaler
Wolkenschlauch, der von Ost bis West
reichte und auf einmal war er über uns hinweggezogen ohne sich wie erwartet zu
entleeren - es war wieder
sehr klar; die Luftfeuchtigkeit stieg merkbar an und es war ca. 5° kühler
geworden .... es musste wenige
Kilometer vor uns, vielleicht auch nur einige 100 Meter einen hefiten Regenguß
gegeben haben; wir sahen
auch so was weißliches in der Ferne.
Die Wolkenfront zog weiter nach München und darüber hinaus; lustigerweiße
wurde es wieder wärmer und
es schien uns als ob die Wolkenfront hinter München stehen blieb - hatte sie
ihre Bewegungsenergie verbraucht?
Oder waren die Alpen zu hoch?!
Dass war ein Erlebnis, sage ich Euch.
Die Nacht hat sich gelohnt.